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Reportage

Die Schmucke Galloromanische Stadt Narbonne

Narbonne liegt im französischen Département Aude, östlich von Carcassone und ca. 15 Kilometer von unserer Hausbootbasis in Le Somail entfernt.
Beginnen Sie Ihren Hausbooturlaub in Le Somail und schippern Sie 2,5 Kilometer mit Ihrem Boot den Canal du Midi entlang. An der Flusskreuzung wechseln Sie auf den Canal de la Robine. Nach zehn Kilometern, elf Schleusen und vier Stunden Fahrtzeit erreichen Sie Narbonne.

 

Der Ursprung der Stadt Narbonne

Die ersten Menschen siedelten sich hier in einem Oppidum an, einer Zitadelle in Montlaurès, ungefähr vier Kilometer nordöstlich vom heutigen Narbonne entfernt. Narbonne war die erste römische Siedlung jenseits der Alpen in Gallien. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 118 v. Chr. unter dem Namen Narbo Martius (Narbonne).
Die römische Kolonie Narbo Martius entwickelte sich schnell zur reichsten Stadt Südgalliens. Kaiser Augustus ernannte sie zur Hauptstadt der Provinz, die sich von Toulouse bis Genf erstreckte: der Gallia Narbonensis.

Narbonne wurde zur Hauptstadt ganz Südgalliens und lag entlang der ersten in Gallien erbauten Römerstraße, der Via Domitia. Ihr Handelshafen war außerdem bis Anfang des 14. Jahrhunderts ein wichtiger Fischereihafen. Die Überschwemmung im Jahr 1320 füllte den Hafen mit Lehm. Der Lauf der Aude änderte sich und der Hafen Narbonnes wurde infolgedessen zum Tümpel. Daher liegt er heute 13 Kilometer von der Küste entfernt auf einer Weinbauebene. Der Hundertjährige Krieg leistete seinen Beitrag zum Elend und Ende des 14. Jahrhunderts hatte sich Narbonne stark verkleinert.
Heute ist die Stadt im Aufwind, was zum Großteil dem Weinbau, dem Tourismus, der Eisenbahn und der Leichtindustrie zu verdanken ist. Die Einwohnerzahl ist heute etwas höher als die von Carcassone. Das historische Erbe macht den Besuch Narbonnes zu einem Muss für Hausbootfahrer, die auf dem Canal du Midi und dem Canal de la Robine ihren Urlaub verbringen.

 

Das dynamische Stadtzentrum von Narbonne

Das Stadtzentrum rund um den Canal de la Robine ist ein beliebtes Reise- und Shoppingziel. Immer dem Kanalufer nach gelangen Sie zu den Halles, einem überdachten Marktplatz, der zu den besten Frankreichs gehören soll. Zwischen 6 und 13 Uhr steht hier täglich eine große Auswahl an lokalen Lebensmitteln zum Verkauf. Donnerstags findet zudem am Kanalufer nahe der Halles ein Markt unter freiem Himmel statt. Hier werden unter anderem Blumen und Kleidung zum Kauf angeboten. Zahlreiche Cafés laden entlang des Kanals zum Verweilen ein.

 

Sehenswürdigkeiten in Narbonne

Mit ihren Spuren von der Römer- bis zur Neuzeit erzählt Narbonne wirklich eine außergewöhnliche Stadtgeschichte und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Die Kathedrale von Saint-Just

Die Kathedrale von Saint-Just und der benachbarte Erzbischofspalast ergeben ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Sie nehmen gemeinsam den Großteil der Place de l’Hôtel de Ville in Narbonne ein.

 

Der Erzbischofspalast von Narbonne

Es waren die seinerzeit sehr wichtigen mächtigen Bischöfe von Narbonne, die den Palast erbauen ließen. Die darin bis heute erhaltene Geschichte, Kunst und Kultur machen ihn zu einer „Stadt“ für sich. Der Palast beherbergt zehn Sehenswürdigkeiten, die Sie praktischerweise an einem einzige Tag besichtigen können – einem Tag, der ganz im Zeichen von Geschichte und Kultur steht. Im Erzbischofspalast befinden sich zwei Museen: das Archäologische Museum und das Museum für Kunst und Geschichte.

 

Die Römerstadt Narbonne

Die Stadt Narbo Martius wurde im Jahr 118 v. Chr. gegründet. Sie profitierte von ihrem Potential für einen Hafen sowie von ihrer Lage an der Kreuzung der Via Aquitania mit der Via Domitia. Letztere ist die erste in Gallien gebaute römische Straße. Über sie konnten Soldaten und Händler zwischen Italien und Spanien verkehren. Die erfolgreiche Kolonie wurde später zur Hauptstadt der Provinz Gallia Narbonensis. Inschriften und zeitgenössische Erzählungen legen nahe, dass es sich um eine florierende Stadt handelte. Sie beherbergte das größte Amphitheater der Region, zahlreiche Tempel, öffentliche Badeanstalten und luxuriöse Villen.

Davon ist heute leider wenig übrig, denn ein Großteil der Stadt fiel den Barbaren zum Opfer. Das Stadtmuseum verfügt jedoch über eine der schönsten Sammlungen von römischen Wandmalereien in Frankreich.

 

Das römische Horreum

Im Stadtzentrum Narbonnes befand und befindet sich auch das Horreum, ein Getreidespeicher, der unterirdisch als Kryptoportikus gebaut wurde. Das Horreum von Narbonne ist das in der Stadt einzige heute noch sichtbare Monument aus der Römerzeit. Es wurde Ende des ersten Jahrhunderts v. Chr. erbaut. Seine merkwürdigen unterirdischen Gänge wurden wahrscheinlich als Lager benutzt. Fünf Meter unter der Erde bekommen Besucher hier einen realen Eindruck von Narbo Martius, der Hauptstadt der Gallia Narbonensis.
Die Stadt Narbonne ist für Überraschungen gut! Damit Sie nichts verpassen, empfehlen wir Ihnen, Ihr Boot am Ufer im Stadtzentrum zu befestigen und dem Fremdenverkehrsamt (Office de tourisme) einen Besuch abzustatten. Es liegt am Canal de la Robine, zwei Minuten zu Fuß vom Museum des Erzbischofspalasts entfernt.

 

Auf den Spuren der Römer im Amphoralis in Sallèles d’Aude

Wenn Sie mit Ihrem Hausboot vom Canal du Midi über den Canal de la Robine nach Narbonne kommen, ist eine andere bedeutende gallorömische Stätte nicht weit: AMPHORALIS, das Töpfermuseum von Sallèles d’Aude.
Legen Sie hinter der dritten Schleuse an (das ist die Schleuse von Empare). Von hier aus gelangen Sie zu Fuß zur 200 Meter entfernten Sehenswürdigkeit Amphoralis.

Kurze Zeit vor Christi Geburt errichteten die Römer die Provinzhauptstadt Narbonne. Nicht weit von dort in Sallèles befand sich der für die Amphorenherstellung wichtige Ton. Die Gefäße wurden für den Weintransport nach Rom gebraucht. In der Region wurde so viel Wein produziert, dass die größten Öfen drei Jahrhunderte lang bis zu tausend Amphoren gleichzeitig brennen konnten. Dieser Prozess dauerte mehrere Tage.

Die Entdeckung der Stätte: Bei der Arbeit im Weinberg entdeckte ein Winzer in den 1970er Jahren die Überreste dieser römischen Töpferei. Rund zehn Öfen wurden in dem riesigen Gebiet gefunden, in dem auch damalige Wohnstätten und der Steinbruch liegen. Ein großes Museum thront auf Pfählen über der Ausgrabungsstätte. Dort können Sie die Überreste der Öfen und eine Ausstellung von Amphoren besichtigen. Durch den rundherum gelegenen Park schlängelt sich ein Entdeckungspfad mit nachgebildeten Wohnstätten und identisch rekonstruierten Öfen. Im sogenannten Töpfergarten (jardin des potiers) wachsen mehr als 150 Pflanzenarten aus der damaligen Zeit. Ein Arboretum zeigt die Vielfalt an Hölzern, die damals vor allem für den Brennvorgang im Ofen benutzt wurden.

Individueller Besuch oder Gruppenbesuch mit Führung.
Tarife (unverbindlich): 5 € pro Erwachsener, 3 € pro Kind (2019)
Weitere Informationen auf der Website des AMPHORALIS-Museums oder telefonisch unter +33 468 468948.

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